Toralf Tepelmann

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Angriffskrieg der USA gegen Venezuela

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Chronologie des amerikanischen Angriffskrieges gegen Venezuela

Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela bezeichnet die seit August 2025 eskalierende Verschlechterung der bilateralen Beziehungen. Während das Verhältnis zuvor bereits durch diplomatische Spannungen sowie wechselseitige Sanktionsmaßnahmen belastet war, führte die am 8. August 2025 erfolgte Verdopplung des von den Vereinigten Staaten ausgelobten Kopfgeldes auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu einer signifikanten Intensivierung der Krise.

Ende August kündigte das US‑Verteidigungsministerium eine Ausweitung der maritimen Präsenz im karibischen Raum an. Am 4. September 2025 verlegten die Vereinigten Staaten zwei Flugzeugträgerkampfgruppen, begleitet von Zerstörern und U‑Booten, in internationale Gewässer vor der venezolanischen Küste. Offiziell wurde dieser Schritt mit der Bekämpfung des Drogenhandels und dem Schutz maritimer Handelsrouten begründet. In der sicherheitspolitischen Fachliteratur wurde die Maßnahme jedoch überwiegend als strategische Druckausübung im Kontext venezolanischer Ölexporte interpretiert. Die venezolanische Regierung reagierte mit der Mobilisierung eigener Marineeinheiten und der Anforderung russischer Su‑30‑Kampfflugzeuge, was zu mehreren dokumentierten Luftraumverletzungen führte.

Am 15. September ereignete sich ein erster militärischer Zwischenfall: Zerstörer der US‑Arleigh‑Burke‑Klasse gaben Warnschüsse auf ein venezolanisches Patrouillenboot nahe Aruba ab, das von den USA als drogenrelevantes Fahrzeug eingestuft worden war. Dieser Vorfall leitete eine Serie von insgesamt 28 bestätigten US‑Operationen gegen mutmaßliche Drogenboote bis Dezember 2025 ein. Nach offiziellen Angaben kamen dabei 104 Personen ums Leben, darunter mutmaßliche Angehörige krimineller Organisationen sowie venezolanische Seeleute.

Im Oktober intensivierten die Vereinigten Staaten ihre militärischen Aktivitäten im maritimen Umfeld Venezuelas. Kampfhubschrauber und unbemannte Luftfahrzeuge führten Angriffe auf Schiffe in Küstennähe durch, darunter im Golf von Venezuela. Die betroffenen Boote wurden von US‑Stellen als logistische Unterstützung des Drogenschmuggels klassifiziert. Am 17. Oktober zerstörten US‑Streitkräfte das sechste Boot seit August. Die venezolanische Regierung bezeichnete die Vorgänge im UN‑Sicherheitsrat als „Aggressionshandlungen“. Parallel dazu verschärfte sich die politische Rhetorik in Washington.

Ab November verlagerte sich der Schwerpunkt der US‑Operationen auf venezolanische Ölexporte. Die US‑Regierung warf Venezuela „Öldiebstahl vor der US‑Küste“ vor und ordnete eine partielle Seeblockade an. In deren Rahmen stoppten US‑Kriegsschiffe fünf Tanker des staatlichen Unternehmens PDVSA, durchsuchten diese und beschlagnahmten rund zwei Millionen Barrel Rohöl, das als illegal exportiert eingestuft wurde. Die Maßnahmen führten zu einem deutlichen Rückgang der venezolanischen Ölexporte, der in zeitgenössischen Analysen auf etwa 40 Prozent beziffert wurde.

Anfang Dezember berichteten Medien, Präsident Trump habe seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro bereits am 21. November in einem Telefonat den Rücktritt nahegelegt. Fachanalysen warnten in diesem Zusammenhang vor einer möglichen Eskalationsdynamik mit historischen Parallelen. Mitte Dezember kündigte die US‑Regierung weitere Beschlagnahmungen venezolanischer Öltanker an und schloss eine militärische Ausweitung des Konflikts nicht aus.

Am 22. Dezember forderte die US‑Heimatschutzministerin Kristi Noem öffentlich einen politischen Machtwechsel in Venezuela; kurz darauf erneuerte Präsident Trump seine Rücktrittsforderung an Maduro. Am 23. Dezember trat der UN‑Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung über die Lage zusammen. Gegen Ende des Monats führten US‑Streitkräfte nach übereinstimmenden Medienberichten erstmals einen Drohnenangriff auf eine venezolanische Hafenanlage durch, der einem mutmaßlichen Drogenumschlagsplatz gegolten haben soll.

In der Nacht zum 3. Januar 2026 wurden mehrere Explosionen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gemeldet. Die venezolanische Regierung beschuldigte die Vereinigten Staaten, einen schweren militärischen Angriff durchgeführt zu haben, und verhängte den Ausnahmezustand. Kurz darauf erklärte US‑Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social, Nicolás Maduro und dessen Ehefrau seien im Rahmen einer militärischen Operation „aus Venezuela herausgebracht worden“.

Die USA haben gegen das Gewaltverbot und die territoriale Souveränität Venezuelas verstoßen! Dies ist eine unrechtmäßige Gewaltanwendung im Sinne der UN-Charta, da die USA weder angegriffen wurde und auch der UN-Sicherheitsrat keine dieser Aktionen genehmigt hat.

„Es handelt sich um einen Akt der Aggression, der Zivilist*innen gefährdet und einen klaren Bruch des internationalen Rechts darstellt“

Agnès Callamard
Generalsekretärin von Amnesty International

Die USA haben ein Vetorecht im Sicherheitsrat, sind kein Mitglied des Internationalen Strafgerichtshof – IStGH und handeln nach dem Motto, internationales Recht gilt nur für Andere! Ein System der kollektiven Sicherheit kann nur funktionieren, wenn alle Staaten – auch die sogenannten Großmächte – sich an dieselben Regeln halten. Wenn das nicht passiert, verliert das Völkerrecht an Glaubwürdigkeit.

Ein militärischer Angriff auf einen souveränen Staat ohne Sicherheitsratsmandat, ohne bewaffneten Angriff, verbunden mit der gewaltsamen Entführung eines amtierenden Staatsoberhaupts, stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Gewaltverbot und das Interventionsverbot dar.“

Alexander Schwarz & Andreas Schüller
IPG

Quellen:

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