Toralf Tepelmann

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Der Weg in die Finanzdiktatur

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Die Argumentation der Politik, Bargeld sei mehr als antiquiert und fördere die Schwarzarbeit, die Korruption und den Drogenhandel ist zu kurz gedacht und offensichtlich mehr ein Vorwand als ein Argument. Bei Schwarzarbeit und Drogenkäufen würde es einfach zu einem Ausweichen auf Auslands- und Naturalwährungen oder in Edelmetalle und Gutschein-Systeme kommen. Illegalen Aktivitäten würde dies jedoch nicht verhindern.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisiert die Pläne der Regierung für eine Obergrenze bei Bargeldzahlungen mit den Worten;

„Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen,
dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird“

Warum die Politik das Bargeld abschaffen will

Es ist relativ einfach, die Regierungen dieser Welt haben einen Schuldenberg aufgetürmt, der faktisch nicht mehr abzutragen ist. Um einen Staatsbankrott zu vermeiden, müsste die Regierung uneingeschränkten Zugriff auf das Geld ihrer Bürger bekommen.

Roland Tichy, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung formulierte es kürzlich wie folgt;

„Erst kommt der Ruin der Staatshaushalte durch die Politik,
dann kommen die Erfüllungsgehilfen in den Zentralbanken,
und am Ende steht das Ende der bürgerlichen Freiheiten“

Die Einführung einer Obergrenze bei Bargeldzahlungen ist nur ein weiterer Schritt in diese Richtung. Die ersten Schritte wurden schon gemacht, so sind Zinsen von Staatsanleihen, die noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen, heute Realität. Wer eine fünfjährige deutsche Staatsanleihe kauft bekommt weniger zurück als er eingezahlt hat, anstatt ihm der Kreditnehmer Bundesrepublik für dieses Darlehen Zinsen zahlt. Darüber hinaus hat die Politik die Versicherungsgesellschaften per Anlageverordnung gezwungen, das Geld ihrer Kunden zu einem Großteil in Staatspapiere anzulegen.

Seit Dezember 2014 erhebt die Commerzbank von einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Einlagen Strafzinsen und gibt so die von der Europäischen Zentralbank verlangten Negativzinsen an ihren Kunden weiter. Aktuell weitet die Commerzbank dieses Vorgehen auf ihre 100.000 mittelständischen Unternehmenskunden aus und verlangt eine „individuelle Guthabengebühr“.

US-Ökonomen wie Larry Summers und Ken Rogoff argumentieren dass es darum gehe, auch private Ersparnisse mit Negativzinsen für Regierungen „nutzbar“ zu machen. Aktuell gibt es hierzulande jedoch noch ein Hindernis, die Bürger könnten ihr Geld einfach von der Bank abheben und zu Hause in bar aufbewahren. Und genau das ist der Grund für die Einführung des Bargeldverbots!

Das Ende der Freiheits- und Eigentumsrechte

„Geld ist geprägte Freiheit“

So hatte es der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski bereits vor mehr als 150 Jahren ausgedrückt. Seit Jahrtausenden ist Geld für die Menschen Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel zugleich, doch mit einem Bargeldverbot würde es die letztgenannte Funktion völlig verlieren.

Ein bargeldloses Finanzsystem bedeutet, dass die Ersparnisse und Guthaben der Bürger nur noch in Form von elektronischem Buchgeld auf den Sparkassen und Banken notiert sind. Der Bürger kann sein Sparguthaben also nicht einfach in sicheres Bargeld umtauschen, um dem drohenden Wertverfall durch die aktuell niedrigen Zinsen zu entgehen.

In Schweden und Dänemark kursieren bereits konkrete Pläne, das Bargeld komplett abzuschaffen. Die dänische Zentralbank will kein Bargeld mehr zu drucken und die Pflicht zur Bargeldannahme für von Tankstellen und Restaurants wurden bereits aufgehoben. Auch in Griechenland sind Barzahlungen nur noch bis 1.500 Euro, in Italien und Frankreich bis 3.000 Euro, in Spanien bis 2.500 Euro und in Portugal nur bis 1.000 Euro erlaubt.

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