Toralf Tepelmann

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Brodkorb´s absurde Theaterpolitik

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Mathias Brodkorb seines Zeichens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern ist mit der Theaterfinanzierung völlig überfordert! Zwar scheinen dem Minister inzwischen Zahlen und Fakten vorzuliegen, aber anstatt an einer Lösung des Problems zu arbeiten, ist er mit der Geheimhaltung dieser Zahlen beschäftigt.

Um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken, ist es für den Minister nur praktikabel, den Theatern Reformunwilligkeit vorzuwerfen.

Beihilfe zur Insolvenzverschleppung?

Das von der landeseigenen Gesellschaft für Struktur und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) bereits im Jahr 2014 erarbeitete Gutachten zum Mecklenburgischen Staatstheater ist ein klares Indiz. Das Gutachten selbst weist für das Mecklenburgischen Staatstheater für die kommenden drei Jahre einen Verlust zwischen 3,5 und 3,9 Millionen Euro jährlich aus.

Brodkorb selbst dementierte das Gutachten mit den Worten „Die Zahlen aus dem Gutachten seien nicht mehr aktuell“. Dass das Theater mit einem Rückgang der Zuschüsse durch das Land plane und so ein Defizit ausweist, sei schlicht falsch, so Brodkorb.

Hilflosigkeit des Ministers!

Mit dem Schulfach „Darstellendes Spiel“ will Brodkorb den Theatern zusätzliches Publikum verschaffen. Das Fach selbst wird aber durchaus schon unterrichtet. Jetzt soll eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock eingerichtet werden. Ob dies die Probleme bei der Theaterfinanzierung löst, ist zu bezweifeln.

Was sind die tatsächlichen Probleme?

Ein immer älter werdendes Publikum und fehlende junge Besucher, sind ursächlich, so Brodkorb während einer Debatte zum Theaterkonzept im Landtag.

In kaum einem anderen Land werden Theater so hoch subventioniert wie in Deutschland. Das zeigt sich auch in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 15 Prozent ihrer Kosten decken die Theater in unserem Land selbst, während 85 Prozent vom Steuerzahler getragen werden. Der Betriebszuschuss pro Besucherin bzw. Besucher liegt bei 112,89 Euro, der durchschnittliche Erlös pro Gast liegt bei etwa 18 Euro. Die Theater und Orchester in Mecklenburg-Vorpommern werden also in hohem Maße subventioniert.

Diese Steuerverschwendung und Insolvenzverschleppung rechtfertigt die Landesregierung damit, dass die Theater zu unserem wertvollsten kulturellen Erbe gehören und wir dieses bewahren müssten. Leider haben die Aufführungen unter dem Namen klassischer Märchen nichts mehr mit diesen gemein, außer den Namen! Mit dem bewahren des kulturellen Erbes hat dies überhaupt nichts zu tun.

Wenn jemand eine Theatervorstellung oder Oper besuchen möchte, dann möge er auch den dafür erforderlichen Preis zahlen, aber sich diesen elitären Besuch nicht vom Steuerzahler finanzieren lassen!

Quellen:

  1. KLEINE ANFRAGE [..] Theater-Erlass der Landesregierung
  2. Ausstattungs- und Leistungsdaten der Mehrspartentheater in MV 2015

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